Münchner G’schichten

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… & geschenkt ist noch zu teuer…

Ich suchte schon seit längerem eine Übergangslösung, für mein altes Ratansofa, das nach zwei Katzenleben und insgesamt 16 Jahren bei mir, derart in die Jahre gekommen war, dass es wirklich reif für den Sperrmüll war.

Mit zwei Katzenminis, sollte kein neues Sofa her, denn den beiden muß erst beigebracht werden, dass am Sofa kratzen nicht drin ist. Also sollte es ein anderweitig ausrangiertes, aber nicht so in Jahre gekommenes als Übergangslösung über ebay sein.

Foto: Susanne Schwartz

Ich entdeckte dieses Sofa (Recamiere) bei zu verschenken, und wunderte mich noch, dass es zu verschenken war. Der angegebene Grund waren Katzenkratzer am Leder. Störte mich nicht, denn es würden weitere dazu kommen…, also fuhr ich in die Belgradstraße in München, um das Sofa anzusehen.

Ich betrat eine durchgestylte und sehr teuer eingerichtete 74 qm Wohnung mit Dachterrasse sozusagen fast am Kurfürstenplatz. Susanne Sch. und Partner, beide durchgestylt wie ihre Wohnung, begrüßten mich. Die Terrassentüren ihrer Wohnung waren weit geöffnet, ließen warme Sommerluft herein, und belüfteten wie nebenbei das Sofa, das im offenen Durchgangsbereich zwischen Küche und blendend weißer, nagelneuer Wohnlandschaft platziert war.

Trotz der Mengen an von Katzen hinterlassenen Katzern fand ich das Sofa gut. Der für mich zugängliche Teil, ließ bis auf die Kratzer keine Mängel erkennen. Ja paßt, entschied ich. Susanne Sch. mit Partner, bot sofort an, mir behilflich zu sein. Beim tragen ins Auto, Transport und auch um es bei mir in die Wohnung zu tragen. Ich wunderte mich noch über die ausgesuchte Hilfsbereitschaft, lehnte aber ab, denn vorher mußte mein altes ausgedientes Sofa zum Sperrmüll.

Am nächsten Tag. Susanne Sch. erzählt, sie ist für digitales Marketing bei Springer Medizin verantwortlich. Überprüft habe ich es nicht. Sie half mit das Sofa zum Auto zu tragen und auch beim verladen ins Auto unterstütze sie uns tatkräftig und verabschiedete sich anschließend.

Kaum war das Sofa bei mir, wollte ich es reinigen, die Kratzspuren abmildern, auch Verfärbungen die dunkle Jeans hinterlassen hatten. Ansonsten waren weder Flecken noch andere Mängel erkennbar. Als ich mit einem feuchten Tuch über das Leder ging, veränderte sich der Geruch und wurde ziemlich streng…
Ich nahm das Sofa auseinander, der Lederbezug war abnehmbar, entgegen dem was Susanne Sch. sagte, und da sah und roch ich es… Das „so schöne Stück“, war getränkt mit getrockneter Katzenpisse.

Die werte Dame, hatte sich ihr Wohnzimmer für teuer Geld gerade neu eingerichtet. Das Ledersofa, das sie neben ihren Designerschuhen als viel zu schade für den Sperrmüll anpries, stank bis zum geht nicht mehr.
Definitiv kein einmaliges Versehen einer Katze – dafür getränkt mit Katzenurin bis hin zur Holzkonstruktion. Dass die Dame nicht wußte, was sie tat, ist auszuschließen, denn die Unterverkleidung des Sofas riß ich auch herunter, um einen Blick ins Innenleben zu werfen. Damit es so aussieht, braucht es nicht nur Einiges, sondern jede Menge.

Ein Sofa von Katzen derart ruinieren zu lassen, schafft nur, wer ein Katzenclo solange nicht reinigt, bis es bis zum umfallen nach Ammoniak stinkt.

Danach wird es in glühend heißer Sommerhitze, die wir ja hatten, auf der Dachterrasse durch getrocknet und nur wenn jemand kommt um das Sofa zu besichtigen in den Durchgangsbereich gestellt, und danach zack wieder raus.

Platziert wird es so, dass derjenige der das Sofa ansieht, auf keinen Fall nahe genug an die Stellen ran kommt, wo er den „Braten“ eventuell vorzeitig riechen könnte, und beim tragen und ins Auto hiefen wird ebenfalls geholfen, so dass auch dort, die Nase des „Beschenkten“ den Stellen fern bleibt, wo er merken würde, wie er gerade reingelegt wird…

Eine 74 qm Wohnung mit 20 qm Dachterrasse am Kurfürstenplatz im Herzen Schwabings muß man sich erstmal leisten können, und die Einrichtung der selben obendrein, aber ein Katzenpisse getränktes Lebersofa als viel zu schade für Sperrmüll „verschenken“…

Susanne Sch. antwortete nicht mehr, als ich ihr simste, was sie mir da angedreht hat… Sie hatte ihr Ziel erreicht…

Mich würde es an der Stelle freuen, wenn jemand der sie kennt, diesen Beitrag liest, und einen Einblick in ihre Persönlichkeitsstruktur gewinnt, der ihm oder ihr bisher verborgen blieb.

Ich kann jetzt erst Mal schau’n wo ich zackig ein nicht verseuchtes Sofa her bekomme, und wie ich das Katzenurinverseuchte so schnell wie möglich wieder los werde. So ein Teil trägt sich ja nicht alleine, und ein Auto wo es rein paßt, braucht es auch wieder…

Münchner Schickimicki…, außen Hui, innen Pfui! Man kann auch sagen G’schmeiß!

s‘ Hex’nhais’l.