Hilfe zur Selbsthilfe & was für G’schichten.

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Letztens in einem Biergarten. Treffen in illustrer Runde. Das Gespräch kommt auf deutsche Handwerker und deren Preise. Ging darum, dass jemand alte Türen neu streichen lassen wollte, und ein Angebot einholte.

Tür und Türstock von einem Malermeister streichen lassen, wäre für mich ausgeschlossen. Meister sind teuer und Gesellen können das in selber Weise.

In dem Fall um den es ging, wäre eine Tür inkl. Türstock auf 800 Euro gekommen. Da es sechs davon waren, ein ziemlich teures Unterfangen. Das Schnäppchen gab’s im Netz. Letztlich wurde eine Pole angeheuert, der dafür anreiste, alle sechs Türen und Türstöcke für 150 Euro inklusive Material machte, inkl. ausbessern von Schäden. Arbeitszeit um die fünf Stunden. Aus meiner Sicht reine Ausbeutung, Farbe und sonstiges Material, runter gerechnet, ergibt es einen Stundenlohn aus der Abteilung zum Sterben zu viel, zum Leben viel zu wenig. Im selben Haushalt wurde vor kurzem ein Rassehund angeschafft, der durfte 2.000 Euro kosten.

Andererseits suche ich im Netz gerade nach Hilfe zu Selbsthilfe. „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Verständnis der 1990ger Jahre. Es hat jemand einen Plan wie etwas funktioniert, darin braucht er Hilfe, in etwas das er selbst nicht leisten kann. Könnte er die Hilfe bezahlten, würde er nicht um Hilfe fragen, wäre es keine Hilfe zur Selbsthilfe…

Ich habe mich als mein Hund zu mir kam, schon gewundert, wie die Zeiten sich geändert haben. Spontane und handfeste Tipps, wie ich sie aus früheren Zeiten noch kenne, gibt „man“ sich nicht mehr, dafür braucht es Experten. Was am Ende irgendwann dann doch wieder zu einem, weißt Du vielleicht wie??? wird, das zu einem erstaunten Gesicht, und was?,so einfach ist das!, führt. Hätte ich mir den Experten sparen können…

Bei Hilfe zur Selbsthilfe, haben sich die Zeiten ebenfalls geändert. Es ist schwierig für „einfache“ Sachen, jemanden zu finden, der es einem zeigt, damit man’s selber machen kann, wenn man da niemanden kennt, oder jemanden der einem hilft etwas von A nach B zu bringen, ohne dafür Geld haben zu wollen. Seltsam, früher;) war es doch so, der eine konnte dies, der andere das, so hat man sich wechselseitig ausgeholfen.

Rund um mich alles Leute Ende 40 oder Anfang 50, dort lautet die Regel: „Man“ nimmt sich einen Experten, „man“ läßt machen, was „man“ früher selbst machte, oder sich gegenseitig unter Arme griff. Kann auch ein typisches Stadtphänomen sein…

So suchte ich im Netz nach jemanden, der mir helfen könnte, eine 13 m² Zimmerdecke zu streichen, denn die Wände schaffe ich allein. Wie ich meine Bedürftigkeit begründe, was mich denn so bedürftig machen würde, dass ich mir keinen Maler leisten kann, der mir ein Zimmer streicht? Bedürftig… ich hatte um Hilfe angefragt, beim streichen von 13 qm Zimmerdecke…

Auf der andere Seite steht das Beispiel, jemand aus wohlsituierten Verhältnissen, legt ohne mit der Wimper zu zucken, 2.000 Euro für einen Hund auf den Tisch, aber läßt 6 Türen inkl. Material und Anfahrt für 150 Euro streichen. Für mich stimmen hier die Relationen nirgendwo.

Geht’s da nur mir so? So ganz allgemein…

s‘ Hex’nhais’l

Fotos: Pixabay