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aus dem Fenster stieg und verschwand“, ist ja nun nicht grad ein neu erschienes buch, aber ich hab mich königlich beim lesen amüsiert.

mich erinnert’s, ans märchen von „hans im glück“. hans hat eines gegen das andere getauscht, sich am neuen gefreut und dem alten nicht hinterhergeweint. dafür hatte er gar keine zeit, er war viel zu happy mit dem, was er getauscht hatte.

wie allan karlsson allerdings das leben annimmt, hat die urgewalt eines gewaltig, schallenden lachens, das kein ende nehmen will. so rauscht er von einem abenteuer ins nächste und läßt nichts aus, außer ideologien.

so ziemlich die schrägste „lebensgeschichte“ die ich mir vorstellen kann, und eine der besten die ich bisher gelesen habe. aus meiner sicht ungedingt lesenswert und lachen so garantiert, wie das amen in der kirche, zu der’s übrigens auch einen kurzen schlenker gibt, auf s. 221/222

zitat: ein schriftsetzer am rande von rotterdam durchlitt gerade eine persönliche krise. er war vor ein paar jahren von den zeugen jehovas angeworben worden, doch dann warfen sie ihn wieder hinaus, als er entdeckte – und überdies etwas zu laut aussprach -, dass die versammlung zur wiederkunft christi für weniger als vierzehn gelegenheiten zwischen 1799 und 1980 prophezeit – und sage und schreibe-, vierzehnmal daneben gelegen hatte.

daraufhin wandte sich der setzer der pfingstbewegung zu, denn die lehre von den letzten dingen sagte ihm zu, er begrüßte den gedanken, dass gott das böse endgültig besiegen, dass jesus wiederkehren (ein ereignis, für das die pfingstkirche aber kein konkretes datum angab), und dass die menschen, unter denen der setzer aufgewachsen war, einschließlich seines vaters, dereinst in der hölle schmoren würden.

doch dann wurde der mann auch von dieser neuen gemeinde wieder vor die tür gesetzt. der hintergrund war, dass die kollekte des gesamten monats, auf abwege geraten war, während sie sich in der obhut des setzer befand. der mann leugnete hartknäckig, etwas mit dem verschwinden des geldes zu tun zu haben. außerdem gehe es im christentum doch um vergebung, oder nicht? habe er denn eine andere wahl gehabt, als sein auto kaputt ging und er ein neues brauchte, um seinen job behalten zu können?

zutiefst verbittert machte sich der schriftsetzer an seiner arbeitsstelle an den nächsten auftrag. welche ironie des schicksals, dass es zufällig zweitausend bibeln waren, die an diesem tag gedruckt werden sollten! […]

mit tränen in den augen gab der setzer ein kapitel nach dem anderen in das spezielle programm ein. als er beim letzten kapitel war – die offenbarung des johannes – platzte ihm der kragen. wie sollte jesus jemals wieder auf die erde zurück kehren? die war doch völlig in der hand des bösen! das böse hatte ein für alle mal über das gute gesiegt, was sollte das also alles? und die bibel… war doch der reinste witz!

so kam es, dass der schriftsetzer mit dem ruinierten nervenkostüm dem allerletzten vers des allerletzten kapitels der schwedischen bibel noch etwas hinzufügte, bevor das ganze in druck ging. er erinnerte sich nicht mehr so gut an die muttersprache seines vaters, aber ihm fiel noch ein kinderreim ein, der seines erachtens hier hinpaßte. im druck sahen die letzten beiden bibelverse mit dem extravers des setzers folgendermaßen aus:

20 es spricht, der solche bezeugt: ja, ich komme bald. amen. ja komm, herr jesus.
21 die gnade des herrn jesus sei mit allen!
22 damit ist die geschichte aus, und alle leute gehn nach haus.

… und lediglich ganz, ganz kurzer subplot der geschichte. allans leben quer durch 100 jahre weltgeschichte, läßt nichts missen und nichts stehen;), letzters erklärt das lesen der geschichte, bei dem ich viel spaß wünsche.

s‘ hex’nhais’l

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