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…kommt altbekanntes „light“ zurück.

Exponat eines "Hexengartens"

Exponat eines „Hexengartens“

In ein paar Tagen ist es soweit, ausgehölte Kürbisse werden aufgestellt, imaginäre Hexen durch die Landschaft streifen, um nach Saurem oder Süßen zu verlagen.

Allerheiligen und Allerseelen holen sich klammheimlich und sinnbefreit als Event ihren Platz zurück.
Der 01. November gehört den Heiligen, jenen die’s mal gegeben hat, die ihr Leben lebten, ob als Heilige erkannt oder nicht.
Abgesehen davon, hat ein Jahr, auch nicht genügend Tage, um jeden einzelnen von ihnen zu feiern, so dass im 4. Jahrhundert, aus katholischer Sicht, das Problem mit Allerheiligen gelöst werden konnte.

Damit aber auch aller gedacht wird, die nahe dran waren, aktuell nah dran sind, und/oder auch einer anderen Glaubensgemeinschaft angehören, bot sich Allerseelen an, im 10. Jhr. eingeführt.

tretet ein in den Hexengarten. Das Exponat könnte seine Wurzeln bei Munk haben.

tretet ein in den Hexengarten. Dieses Exponat könnte seine Wurzeln bei Munk haben.

Zudem verbreitet sich die Theorie, dass Christen das keltische Fest des Todes, am ersten Tag des Winters, genannt Samhain aufgegriffen haben könnten, und daraus Allerheiligen machten.
Die Theorie steht allerdings auf wackligen Beinen, Allerheiligen wurde erst 8. Jhr. als Novembertermin eingeführt, davor feierte man das Fest am 1. Sonntag nach Pfingsten.

Schlau machen, musste ich mich zu diesen Themen selbst. Denn durcheinander geraten ist da einiges.

So wurde die Gräbersegnung in Bayern, seit ich denken kann, immer am 01. November zelebriert. Dabei ist es eine Zermonie die zu Allerseelen gehört. Soll an die erinnern, die’s noch nicht in den Himmel geschafft haben und dazwischen festhägen, im Puragtorium, was die meisten Fegefeuer nennen.

Nun ja, wenn man sich das Wort Puragtorium vornimmt, kommt etwas völlig anderes herraus. Fegefeuer ist es keines -Reinigungsort bedeutet es, aus dem lateinischen übersetzt. Und Reinigung, kann ja etwas sehr angenehmes sein, nichtt mit Höllenqualen verbunden oder schmurgeln im eigenen Saft, wenn ich da ein genüssliches Vollbad oder eine Dusche denke…

Zwei Damen aus Bronze

Zwei Damen aus Bronze

Die Theorie vom Fegefeuer, verfolgt ohnehin nur noch die r.k. Kirche. Und da es sich um eine von Menschen erdacht Theorie handelt, bleibt ohnehin die Frage, welchen Sinn- und Wahrheitsgehalt, das Fegefeuer hat und vor allem, ob es denn tatsächlich existiert.
Reinigungsprozeß find ich eine gute Beschreibung, von dem niemand wirklich weiß, ob es sie gibt, weil keiner einen kennt, der drin gewesen wäre, und jetzt hier ist.

Es gibt auch richtig unangenehme Reinigungsprozeße, weiß und kennt jeder, der sich beim Arbeiten mitunter auch die Hände schmutzig macht. Aber mit den Höllenqualen eines imaginären Fegefeuers ist das nicht zu vergleichen.

Wenn es sich, wie in der Sache geschrieben steht, um ein Puragtorium handelt, also eine Reinigung, kann das Wort Fegefeuer getrost aus dem Wortschatz gestrichen werden, weil’s das nicht gibt.

Die Definition wie die r.k. Kirche sie vom Fegefeuer vorgibt, finde ich sehr „spannend“, solche Beschreibung las ich auch in schrägen Büchern über Schamanismus. Wenn jemand meint, Seelenanteile eines anderen zurückholen zu müssen, der festhängt, im realen Leben, weil ihm ein Teil seiner Seele abhanden kam.

Interessant, interessant, wie sich Kreise schließen können. Gott-sei-dank, wurden die Scheiterhaufen abgeschafft…

hexnhails2

Der Vorhof zu …? Was…?

Allerdings, gibt es das, was der Schamanismus beschreibt, wenn jemand festhängt und nicht ins „Licht“ kann, im realen Leben, und da schaut es dann so aus:

Jemand kommt nicht dorthin, wo er gerne hin möchte – kann bei unterschiedlichen Themen so sein. Es kann dran liegen, das das Leben selbst – was er will – nicht hergibt, weil’s einfach unmöglich ist. Es kann aber auch sein, dass jemand sich nicht traut, 1000 Gründe findet, warum was nicht geht. Manche machen das bewusst, mache unbewußt. Aber egal wie’s ist, im Ergebnis kommt das Selbe heraus. Nix geht voran, und der Mensch hängt fest, in etwas, wo er nicht fest hängen will, aber er schafft’s nicht raus.

Wie das gehen soll, dass einem da ein anderer etwas abnimmt, und dadurch möglich wird, was vorher unmöglich war, wird mir ganz persönlich immer ein Rätsel bleiben. In der Hinsicht ist mir die klass. Psychologie deutlich näher, die von Persönlichkeitsstörungen, der einen oder anderen Art, spricht, und die können sich gewaschen haben…
Aber zurück zum Fegefeuer: Der Katholizismus geht davon aus (glaubt), dass nichts Unreines in den Himmel kommt. Darum braucht der Mensch die Reue, damit was „unrein“ ist/war, sich reinigen kann. Das geschieht (natürlich) unter Qualen, darum nennen sie, wo es geschieht: Fegefeuer.
Der Mensch glaubt sich nicht würdig aufgenommen zu werden, deshalb bereitet es ihm solche Schmerzen/Qualen, trotzdem aufgenommen werden. Solang die andauern, sitzt er im Fegefeuer fest. Die Freuden des Himmels gibt es erst nach der Läuterung (Quälerei)…

Aber lassen wird das, zurück zu Halloween.

Studierstube;) in alten Häusern.

Studierstube;)

Mit den eingedeutschen Begrifflichkeiten anderer Sprachen, verliert sich oft auch deren Sinngehalt. So bedeutet Halloween „Aller Heiligen Abend“, der liturgische Abend vor Allerheiligen.

Der Schamanismus hat Halloween auch adaptiert, dort ist es eine Nacht, in der die Grenzen „zwischen den Welten“ durchlässig werden. Die Toten können in diesen Nächten zurück kommen, sich umschau’n im hier & jetzt und wieder in ihre Welt zurück kehren. Zusätzlich können an Allerseelen, die im Fegefeuer schmorenden, sozusagen einen Tag Urlaub nehmen. Damit es auch ein echter Urlaubstag wird, gibt es die unterschiedlichsten Bräuche, die in Süddeutschland und Österreich gelebt werde. Auf die Gräbern werden Allerseelenbrote und –zöpfe gelegt, je nach Region. Das hat aber wieder nix mit Schamanismus zu tun. Das ist halt so;)

Summa Sumarum, mischt sich vieles ganz wild, die einen machen das draus, die anderen das andere, und die wieder anderen…
Jetzt heißt es Halloween, Allerheiligen und Allerseelen haben dabei nicht mehr viel zu melden, jedenfalls nicht als das, was sie mal gedacht waren.

s‘ hex’nhaisl.

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