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… irgendwo in a’m mittelgroßen Dorf in Bayern, vor 45 Jahren. Der Lumpi war ein Spitz, er hat so g’heiß’n, weil er ein kleiner Lump g’wesen is, „ausg’kocht“, wie ein kleiner Hund so is, nicht bös’, kein bisserl.

Der Lumpi den jeder kennt’, der in dem Dorf g’wohnt und bei dem Bauern seine Milch g’holt hat, war „was“ ausgesprochenes „praktisches“. Wobei man genau das, heute komplett anders sehen würde. Bei dem Bauern ha’m die Kinder aus’m Dorf, auf’d Nacht de’ frische Kuahmilch im Kandl abg’holt – und nur der Weg vorbei am freilaufenden Hund, führte zum Ziel. War so vor 45’ Jahr. Heut’ unvorstellbar.

Bei der Gelegenheit hat jedes Kind, des zu dem Bauern hat müssen, g’lernt, wie ma’ mit Hund so um’z’geh’n hat. Dass manches ned geht. So Lumpis war’n nie g’fährliche Hund, weil sonst wärn’s an der Kett’n im Hof g’halten worden.

Die meisten Kinder ham also beim muich hol’n g’lernt, wie ma’ mit’m hund umgeh’n muß, damit einem der nix duat. Abstand halten, ned z’nah hin, ned spinga und hupfa, ned rum blär’n, ned wuid mit irgendwelche Stecka durch die Gegend fuchteln, und a’ beim streichl’n, soagt da Hund, ob er des moag und vor allem wie er des moag. So hat ma ganz fui g’lernt, ohne dass ma’s g’merkt hät’.

hund_3Heut schaut des Selbe ganz anders aus. Würde sich heutzutage ein Hund verhalten, wie ein Lumpi vor 45 Jahren, dann wäre der selbe Hund ein wirklich gefährlicher Lump, und es müsste mit ihm ganz unbedingt trainiert werden, weil seine Verhaltenseigenschaften, die sind gefährlich, er könnt ja, potentiell Kinder angreifen und ihnen ganz, ganz schlimmes antun, weil er ein böser Lumpi ist und nicht einfach bloß ein Hund.

So häng’ ich jetzt auch „guten alten Zeiten“ nach, die’s in der Hinsicht waren, aus meiner Sicht. In dem ganzen Hin und Her bei Hund zwischen Dominanzverhalten, positiver Bestärkungen, Hundeerziehung und Hundepsychologie, ist der Hund irgendwie ganz schön auf den Hund gekommen.
Wer versucht, zwischen den verschiedenen Polen seinen Weg zu finden, kann auch ganz schön auf den Hund kommen, weil er den eigenen Hund vor lauter psychologisieren, fein und sonstigem, glatt überseh’n könnt’, is’ ja so viel „los“, rund um den Hund…

Wie kommt ich drauf? Datschdt letztens eine junge Frau meinen Hund an. Dem hat des ned gefallen. Frontal von vorn wie auch von oben, und der Hund zeigt, i mog des ned. Ist die Frau erschrocken, als mein Hund, einen Luftschnapper tut, damit diese eine „Streicheleinheit“ ned bei ihm ankommt.

Früher beim Bauern, beim Milchhol’n als Kind, hat ma neb’nbei g’glernt, so langt ma Hund ned an, denn de’ Hund mög’n des ned auf de’ Art. Da wär’n ma ned auf die Idee g’kommen, den Hund zu schimpfen, sondern da wär dem Kind g’sagt word’n, dass es auch aufpass’n muß auf’n Hund, und wie ma’ des macht, an Hund anlang’n. Da wo ich aufg’wachs’n bin, war’s so. Hat ma’ nach zeigen, auf Kind und Hund vertraut.

Die hab’n des mit Abstand, g’sund’n Respekt, gegenseitig aufeinander schau’n, mit zeigen und zulass’n in 99,9% der Fälle ganz einfach und stressfrei hin’kriegt. Biss’n vom Lumpi is’ niemand jemals worden – weder Erwachsene noch Kinder. Psychologisiert hat ‚ma damals ganz, ganz wenig, und bei Hund hat ma’s komplett sei’ lassen. Weil Hund sand halt so. Da muß ma lerna damit um z’geh’n, weil des sand Hund.

Ich find’ ja, das war ein, im Vergleich zu heut’, ein deutlich entspannterer Umgang miteinand‘. Da hat ein Hund einfach ein Hund sein dürfen, und Spaß hat ma’ auch noch dran gehabt.

s‘ hex’nhais’l.

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