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_DSC7425oder die Sache mit den Jahren…

In letzter Zeit taucht sie immer wieder auf, die Frage um die Jahre, oder die um’s Älter werden.

Was ist denn das eigentlich? Es macht sich ja nicht (nur) körperlich fest, oder in der Summe in Jahren. Mir kommt’s an ganz anderen Stellen zu Bewußtsein. Erfahrungen die ich in einem halben Jahrhundert Leben machte, Erfahrungen auf die ich zurück greife, sie als Referenzen benütze, um Situationen einzuschätzen, wie gehe ich mit ihnen um, was begegne ich da eigentlich.

Dann geb ich mir TV, und denk ich mir, liebe Werbetreibenden, ihr habt sie doch nicht alle. Für die Frau 50plus, gibt es Haftcreme für Prothesen, Windelhosen für Blasenschwäche, der Mann wird mit irgendwelchen Prostatatabletten umworben, nicht zu vergessen die Präperate für die bereits reduzierte Gehirnleistung dieser Generation, Wechseljahrepräperate, usw. usf., bei „uns“ um die 50 ist scheint’s echt alles verloren.

Andererseits, bewirbt Nivea eine Creme für eine reifere Frau, mit einer gestellten Meetingsituation, in der die Anwesenden nichts besseres zu tun haben, als sich zu fragen, welche Hautcreme diese Frau verwendet, weil sie gar so „jung“ aussieht.

Also ganz ehrlich, mit einem halben Jahrhundert auf dem Buckel, komm ich mir ganz schön verarscht vor, von dieser „Gesellschaft“. Es gibt staatliche Programme für 50plus Menschen, damit sie für den Arbeitsmarkt wieder tauglich gemacht werden, andererseits laufen Dokumentationen, über Metuasalem-Gene/Codes, die wissenschaftliche Untersuchungen aufzeigen, wo die Kapazitäten unserer (50 aufwärts Menschen) Gehirnleistung vermessen werden, die doch tatsächlich bestätigen, nein, mit 50 sind wir lang noch nicht senil, auch nicht mit 60 oder 70. Unser Gehirn leistet eine Menge, wir sind immer noch (man höre und staune) in der Lage selbständig zu denken, manche Hirnregionen arbeiten sogar deutlich besser und zügiger als bei den Jüngeren, im Erkennen von Zusammenhängen und Systemen sind wir Spitze, lassen die jüngeren Generationen glatt links liegen, und doch, glaubt man den Werbetreibenden, dann sind wir ab 50 nahezu Greise, die körperlich und geistig kaum mehr was taugen.

Alleine die Nivea Werbung, eine Frechheit. Ich würde mich bedanken, wenn mein Projektteam, sich Gedanken über irgendeine Creme machen würde, die ich verwende, während einer Arbeitsbesprechung. Ich find es alleine schon eine Frechheit darauf reduziert zu werden.

Die Generation 50plus muß auch am Rechner fit gemacht werden. Ja, es mag welche geben, die gibt es aber auch unter den Jüngern. Die Generation 50plus ist nunmal leider;) jene, die Windows, noch mit der Quit-Taste kennenlernte, den Software-Dinosaurier sozusagen, und in die EDV hinein gewachsen ist, die das Entstehen des Internets miterlebte, die diversen Versionen von Windows kennen lernte und mit ihnen arbeitete. Es ist die Generation, die tatsächlich damit auf- und herangewachsen ist. Ist aber genauso die Generation, die noch beiden Welten kennt.

Eine in der die EDV keinerlei Rolle spielte, und die, in der sie die Welt dominiert. Wo ein Großteil der Lebenszeit vieler, auf ziemlich sinnlose Postings und Kommentare in sozialen Netzwerken verwendet wird. Morgen spätestens übermorgen, ist was heute gepostet wurde zu Schall und Rauch geworden. Genauso die so überaus wichtigen Apps ohne die heute (scheinbar) so gut wie gar nichts mehr geht, die beschäftigen, Zeit einfordern, den Informationsterror steuern.

Nein, ich habe kein Facebookprofil (mehr). Ich hatte eines, vor 6 Jahren, vor 5 Jahren habe ich aufgegeben, als ich merkte, es frist meine Zeit, weder steht dort etwas, was für mich und mein Leben wirklich wichtig wäre, noch gibt es mir etwas, das besonders schätzenswert wäre, unterm Strich ist eigentlich nur ein Instrument um die Zeit Tod zu schlagen. Was interessiert den Rest der Welt, den ich nicht persönlich kenne, mein Leben? Es ist mein Leben, nicht das der anderen. MEin Leben kann ich nur leben, wenn ich es aktiv gestalte, Posting am Rechner, sind zumindest für mich kein aktives Gestalten. Außerdem macht es mir deutlich mehr Spaß, wirklich zu erzählen, andere Geschichten zu hören, zusammen zu sitzen, eine schöne Zeit zusammen verbringen. All das bieten mir Facebook, Twitter usw. nicht.

Fortsetzung folgt.

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