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burnout

burnout

Das Wesen eines Burnouts beim Menschen soll ausmachen, dass ihm sein eigenes Feuer außer Kontrolle gerät.

Er brennt für eine Sache, egal welche es ist, ob gut oder schlecht, öffnet seinen Leidenschaften Tür und Tor bis: von was einmal die größte Antriebsfeder war, nur mehr die Asche übrig ist.

Es läßt sich bei schönen Dingen genauso beobachten, wie allem, wo’s um reines durchhalten geht.

Zuerst wird alles daran gesetzt, was immer es ist, in Bewegung / am Leben zu halten, egal wie es um Energiereserven und Ruhepausen steht. In dem Augenblick wo der Mensch längst nicht mehr kann, dreht er nochmal richtig auf, verpulvert den letzten Rest seiner Energiereserven, bevor es zum endgültigen Zusammenbruch kommt. Das spüren für was ihm gut tut, er braucht oder besser läßt, ist lang davor schon verloren gegangen.

Ein Acker der bewirtschaftet wird, muß gehegt und gepflegt werden, damit was darauf wachsen soll, gute Ernte einbringt. Vergißt das ein Bauer, pflanzt auch noch jedes Jahr die selben Pflanzen, wird der Ertrag immer schmäler, bis er eines Tages ganz auf das Feld verzichten muß, er hat es kaputt gewirtschaftet. Jetzt braucht’s seine Zeit, bis der Boden sich wieder erholt, und deutlich länger, als wenn er mit den Kräften des Boden zu wirtschaften gelernt hätte.

Was derzeit passiert, rund um die Flüchtlinge, im Nahen Osten und der dazugehörigen Berichterstattung kommt mir ähnlich vor.

Jetzt ist es heute zu einem Attentat in Istanbul gekommen. Ich wollte das zu dem Zeitpunkt gar nicht wissen. Ich war dabei etwas völlig anderes zu recherchieren, springt mir diese Nachricht ins Gesicht, ob ich will, oder nicht. Weder kann ich aktiv etwas tun was die Lage verbessert, noch ist es eine für mich, in dem was ich gerade zu tun habe, so absolut wichtige Nachricht, dass ich umgehen darüber zu informieren bin, noch, noch, noch. Ich muß mich um etwas ganz anderes kümmern und konzentrieren. Ich kann die Welt nicht retten.

Jetzt kann schon jemand sagen, was ist das für ein Mensch, sitzt in seinem sicheren Arbeitszimmer und regt sich darüber auf, mit solchen Nachrichten konfrontiert zu werden. Da sollte „man“ doch vielmehr an die armen Leute denken, die es erwischt hat, und was da jetzt in Istanbul passiert. Aber das hilft diesen Leuten zum Zeitpunkt X auch nicht weiter, oder macht irgendwas besser.

Pünktlich um 20.15 h wird es auf der ARD wieder einen Brennpunkt geben. Die ständigen Brennpunkte und Sondersendungen, ändern rein gar nichts an dem was ist und geschieht. Sie bringen dafür so ziemlich alles mit, was ein ausgewachsener Bornout braucht, damit er so richtig gut brennt. Ein Bombardement an Schreckensnachrichten, die einen permanenten Alarm- und Streßzustand erzeugen. Auf allen Kanälen Sondersendungen, plus Apps, Twitter, Facebook und sonstiger Allerts.

In der Psychologie spricht man von Traumatisierungsschleifen, wo das immer wieder Selbe, wiederholt und wiederholt wird, bis es sich wie eine Rille tief ins Gehirn einbrennt. Bei der Traumaauflösung geht’s darum, genau diese Schleifen wieder aufzulösen. Das ist eine Höllenarbeit. Lernen zu unterscheiden, sich abzugrenzen, Grenzen zu ziehen.

Die Dinge allgemein haben sich dramatisch zugespitzt. Ich hab keine Ahnung wo es hin geht, das macht mir Sorge und Angst. Aber irgendwie muß ich ständig daran denken, wie es Menschen ergeht, die in einen Burnout inkl. der dazugehörigen Handlungs- und Entscheidungsunfähigkeit hinein steuern, und wie mit Information umgegangen wird, auf der Jagd ja der Erste zu sein, der darüber berichtet, unter dem Label die Menschen informieren. Immer schneller, schneller, schneller.

Ich erinnere mich an den Geschichtsunterricht, daran wie es zum ersten Weltkrieg kam. Was zum Zünglein an der Waage wurde, und wie schnell die Dinge sich entwickelten, dabei hatten die Menschen damals noch „Glück“, dass ihnen die Informationen, die oft ja nur Einschätzungen, Mutmaßungen, Interpretationen, aber kein Wissen sind, nicht so um die Ohren flogen, wie heute uns.

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