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indem es die Grenzen „schließt“, Kontrollen einführt, eingesteht es gibt Obergrenzen, für die Aufnahme von Flüchtlingen. Die Obergrenzen werden allein schon durch die Finanzierbarkeit gesetzt. Das andere ist die Belastbarkeit einer Nation, wieviel Integration ist möglich, was kann noch funktionieren, wo ist das Ende erreicht. Das gilt nicht nur für Österreich.03_Tarifa_sw Kopie

Helfer, die sich über alle Maßen verausgaben, kommen – ob sie es wollen oder nicht – an den Punkt, wo nichts mehr geht. Da stellt sich von ganz allein die Frage, wo die Grenzen sind, ab wo nichts mehr geht.

Letztens hörte ich im ZDF die USA nahmen bisher 12.000 Flüchtlinge auf. Nicht gerade viel, für einen so großen Kontinent. In Deutschland waren es 2015 eine Million Flüchtlinge.

In der ARD lief vor einigen Tagen Hart aber Fair, mit Thema, wie gehen die deutschen Medien mit dem Thema Flüchtlinge um? Von Lügenpresse war die Rede. Das scheint mir zu weit her geholt.

Aber es macht schon einen Unterschied, ob ich als Stino in der Nähe eines Flüchtlingsheims lebe, jeden Tag ob ich will oder nicht, die Szenen vor einem Flüchtlingsheim erlebe, oder ob ich am Schnittplatz sitze, und dort eine Bildauswahl zusammen stelle. Am Schnittplatz sind es nur Bilder, vorm Flüchtlingsheim ist es echtes Leben.

Es wurde genauso moniert, dass die Bilder von Familien mit Kindern manipulativ eingesetzt werden. Manipulativ erscheint mir das auch. Mit sehr viel unausgesprochenem Subtext. Tja es gab mal diesen Spruch: Every cut is a fake. Dem schließe ich mich an.

Wenn ich, was ich zwei bis dreimal täglich tue, am Flüchtlingsheim vorbei gehe, sehe ich Security, und ich sehe Männer, junge Männer. Die stehen in Gruppen vorm Flüchtlingsheim, oder hängen auf der Straße ab, wie man es über deutsche Jugendliche sagen würde. Andere dieser Männer sitzen in kleinen Grüppchen auf Parkbänken. Was wirklich die Ausnahme ist, dass ich Flüchtlingsfrauen sehe, wie sie mit ihren Kindern, auf den 300 Meter weiter gelegenen Spielplatz gehen oder genauso wie die jungen Männer in kleinen Gruppen vorm Flüchtlingsheim stehen.

Das Bild das ich im echten Leben sehe, ist dann doch ein anders, als das, das mir die deutschen Medien zeigen. Es klafft ein Lücke. Für mich ist das, was ich selbst sehe, echter, es ist auch das, was ich aus Ländern wie Marokko kenne, wenn ich alleine, ohne Reiseveranstalter, durch das Land reiste. Es ist ein anderes Leben, und diese Art zu Leben, sehe ich auch, wenn ich an dem Flüchtlingsheim ganz in meiner Nähe vorbei gehe. Ich sehe auch Schwarzafrikaner, die fasziniert im Schnee auf dem Parkplatz davor herum stapfen. Es sind ambivalente Szenen, die ich sehe. Aber was mir auffällt, ob ich es will oder nicht, das es zu 90% Männer sind, und die Frauen sozusagen unsichtbar bleiben. Das gefällt mir überhaupt nicht.

Ich erlebe, wenn ich am Abend mein Auto dort in der Nähe parke, dass ich immer wieder mal angemacht werde, auf eine Art, die ich aus den nordarikanischen Ländern kenne, die für mich hier, also zu Hause, so ganz und gar nicht geht. Ich bin mir sicher, ich nehme es einen ticken anders wahr, weil ich es aus manchen Ländern kenne, und immer ohne Reiseveranstalter und auf eigenen Faust gereist bin.

Das ist die eine Seite. Die andere ist der Krieg. Und die wieder andere ist dieses Land, das eine solche Angst davor hat, von seiner Geschichte aus den Jahren 1933 bis 1945 eingeholt und wieder genauso genannt zu werden, wie mir scheint.

Ich weiß nicht, warum eine Frau Merkel, und andere Politiker sich so schwer tun, einzugestehen, es gibt eine Obergrenze, in den Finanzen und in der Belastbarkeit der eigenen Bevölkerung. Wieviel Mulit-Kulti kann funktionieren, wo ist die Grenze ab der es kippt, ab wo läuft die Sache komplett aus dem Ruder, wo ist Ende Gelände?

Wenn ich jetzt wieder den Bogen zur Psychologie spanne, geht es um die eigene Einschätzung dessen was machbar ist, wo die eigenen Grenzen sind. Alle Länder haben diese Grenzen, und wenn ich sage, es gibt keine Obergrenze, was bedeutet, wir haben keine Belastbarkeitsgrenze, ist das in meinen Augen eine Bankrotterklärung. Wenn ich keine Grenzen setze, blute ich aus, und kann Hilfe nicht mehr leisten, wo ich Hilfe leisten will.

Nochmal zu den Medien, 2011 als es zur Nuklearkatastrophe in Fukuschima kam, hatte ich beruflich sehr viel im europäischen Ausland zu tun. Damit hatte ich direkten Vergleiche, wie deutsche Medien im Vergleich zu anderen europäischen, über dieses Thema berichten, und was sie daraus machten. Mir erschien es verrückt, was über deutsche Bildschirme flimmerte, was gemeint wurde, dieser hektische Aktionismus, was Deutschland und die Deutschen alles müssen, völlig im Alleingang, wie mir schien. Der Rest Europas – spielte keine Rolle, die Deutschen beschlossen, sie wollten voran gehen, etwas durchsetzen. So richtig fiel es mir auf, weil ich im europäischen Ausland mit „Hinz und Kunz“ zu tun hatte, die standen irgendwie genauso fassungslos vor dem, was hier in diesem Land veranstaltet, gemeint wurde. Diese ich nenne es mal flapsig „operative Hektik“, genauso wie dieses eine Vorreiterrolle übernehmen „müssen“, kam nicht gut an, es schien so über’s Ziel hinaus geschossen, und aus meiner Sicht, auch heute, war es das auch. Fukuschima war gestern, heute ist es Schall und Rauch.

… die Flüchtlingsthematik erscheint mir ähnlich.

Eines scheint mir allerdings sicher, Europa kann den Rest der Welt nicht retten. Und was gerade läuft, kommt mir wie die Einforderung des Eingeständnisses, dass es so ist vor. Auch Helfer und Retter müssen Grenzen setzen, egal wie sich winden mögen. Sonst kommt der Tag an dem sie außer Stande sind, Hilfe und Unterstützung leisten zu können, obwohl sie eigentlich wollen würden.

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