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Reisemobile;)

Ich würd‘ so gern, ich tät‘ so gern, meinem Alltag für eine Woche den Rücken kehren. Vor oder nach den Osterferien, sind die Unterkunftspreise günstig, an den italienischen Küsten. Ganz oben auf der Wunschliste, steht Liguren, den Rest der Küste, bis runter nach Sizilien hab ich längst bereist, tingelnd, urlaubend, und auch die Arbeit hat mich ins eine oder andere Eck verschlagen.

Tja, und wer will im März, außerhalb der Saison, schon nach Italien? Lang noch keine Badesaison, kein DolceVita, das was man für gewöhnlich mit Italien verbindet. Aber grad das fand ich immer schön. Venedig im Dezember, allerdings schon einige Jährchen her, es war ein Traum, und nirgendwo ging’s zu. Venedig gehörte den Venezianern, von denen gab’s damals noch deutlich mehr…

Aber wie’s so ist, bei ausgesprochen knapp bemessenem Budget, weil arbeitssuchend, braucht es „Lösungen“ zur Kostenreduzierung. Hat schon mal jemand eine UrlaubsWG angeboten? Also ich hab noch nicht davon gelesen, und finde es eigentlich eine schöne Idee. Couchsurfing gibt’s dagegen schon länger, aber mit Hund, und ohne eigenes Zimmer, das geht in vielerlei Hinsicht nicht gut, nicht nur wegen Hund.

Und Arbeitssuchende brauchen auch eine Auszeit, wenn sie wirklich nach einer Arbeit suchen. Morgens der Kaffee, danach die Stellenbörsen. Im Anschluß, auf die Anzeigen die passen, Bewerbungen schreiben, jeden Tag, 5 Tage die Woche, das zehrt an den Nerven, wie kein Streß in der Arbeit. Denn es gibt viele Anzeigen, die „könnten“ passen, aber heute wird, wofür vor 10 oder 15 Jahren noch kein akademischen Abschluss vorausgesetzt wurde, eine Universitätsstudium verlangt. Es gibt viele Frustrationen, die man aushalten muß, ganz anders gelagert und viel existentieller, als sie in einem Arbeitsumfeld abverlangt werden.

Und irgendwie halte ich dem Bewerbungsmarathon, dem täglichen suchen, bewerben, abwarten, wieder eine Absage kassieren, langsam nicht mehr stand. Eine Auszeit wäre ein Traum, eine Woche, etwas anderes sehen, hören, schmecken, riechen, fühlen. Eine Woche lang keine Stellenanzeigen recherchieren, Datenbanken vorwärts und rückwärts durchsuchen, Formulierungen überlegen, nicht den Mut verlieren. Nur eine Woche, in das hinein gehen, was für andere ganz normales Leben ist. Eine Woche lang nicht diesem echten Existenzkampf ausgeliefert sein.

So habe ich recherchiert. Denn, von meinen Freunden hat leider niemand Zeit. Ferienwohnung sind außerhalb der Ferien, noch für 200 – 300 Euro die Woche zu haben. Die braucht es aber, wegen Frau Hund. Würde meine Idee mit der UrlaubsWG aufgehen, könnten sich die Unterbringungskosten geteilt werden, und im besten Falle findet sich noch jemand, der aus meiner Umgebung kommt, womit ich bis 100 km meine, und der würde gerne die Mitfahrgelegenheit nützen. So könnten auch noch die Sprit- und Mautkosten reduziert werden. Womit eine Woche Abstand, Auftanken, neue Energie und Ideen für Bewerbungen finden, finanzierbar werden würde.

Ich habe ein Experiment gestartet, mich in einigen Portalen angemeldet, und meine Idee von der UrlaubsWG offeriert. Ich bin gespannt, was passiert, ob überhaupt was passiert und ob das was passiert, dem ähnlich ist, was über so viele Datingportale erzählt wird. Denn an den Nebenwirkungen die Datingportale so mit sich bringen, bin ich nun überhaupt nicht interessiert.

UrlaubsWG – in meiner Welt, finde ich es eine Klasse Idee. Vielleicht klappt es so, dass ich mir für ganz kleines Geld, ein bißchen Freiheit und Abstand leisten kann, um den Bewerbungsmarathon durchzuhalten. Und mal schauen, wie es ist, mit 51. Mit 20 war ich verrückt genug, mit jemand eine Reise zu unternehmen, den ich nur telefonisch kannte, und erst am Bahnsteig kennen lernte. Danach war klar, so – nie mehr wieder im Leben. Aber vom nie mehr wieder ganz abgesehen, lernte ich dadurch ganz andere Leute, sehr nette, kennen, die ich später immer wieder besuchte, um ein paar Tage bei ihnen zu verbringen. Nur den Reisegefährten von einst, wollte ich danach nie wieder sehen.

Ein weiteres Experiment mit 50plus, mal sehen was daraus wird… Schafft sie’s, mit ganz kleinem Budget ans Meer zu fahren, und dort eine Woche zu verbringen, um Kraft zu schöpfen, für die nächsten Stufen des Bewerbungsmarathons?

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