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heute beim Remittendenbuchhändler meiner Wahl, mitten in der Stadt. Frau Hexnhaisl auf der Suche nach interessantem Lesestoff. Mit dabei Frau Hund, um adäquates Verhalten in der Stadt zu üben. Was soviel meint wie: Frau Hund, Du brauchst Frau Hexnhaisl nicht durch die Stadt ziehen, Du darfst entspannt neben ihr her laufen, denn sie weiß schon was sie tut…

Während ich mich durch die Tische mit den Mängelexemplare arbeite, bleibt Frau Hund entspannt neben mir, manchmal auch sprechend (leise Hundetöne von sich gebend, nicht jaulend, nicht fiepend, nur ein: ich bin da, und leg‘ mich neben dir ab). Ich bin beschäftigt mit Klappentexte lesen, ziehe von Tisch zu Tisch und um uns herum ist Betrieb.

Plötzlich eine unruhige Frau Hund an meiner Leine. Was zieht die denn jetzt? Wieso ist die denn plötzlich hinter, statt neben mir? Was’n da los? Steht da ein kleiner Stöpke, genauso so hoch wie Frau Hund, Angesicht zu Angesicht mit ihr. Ich krieg‘ einen halben Herzinfakt, nicht darüber, dass Frau Hund jetzt gleich den Stöpke beißen könnte, sondern dass hier und jetzt, aus irgendeinem Eck des Ladens, eine von diesen hysterischen Müttern auf mich losstürmt, schreiend, kreischend, mich beschimpfend, weil die Bestie Hund ihr Kind attackiert und mit Tod und Verstümmelung droht.

Aber weit gefehlt, schaut mich der Stöpke an, und sagt: Keine Angst, ich kenne Hunde (in Mundart versteht sich). Mein Gott, ich hätte den Kleinen niederknutschen können, er war so süß, wie er so dastand, das sagte, und Frau Hund ganz hin und weg. Ein Kind juchu! Ich darf es knutschen!

Frau Hund ist inzwischen fast zwei Jahre bei mir. Seither habe ich sowas noch nie erlebt. Weder so eine Begegnung – noch so eine normale Mutter – in der Stadt versteht sich. Dafür kenne ich die kreischenden Mütter nur zu gut. Und vor denen habe ICH ANGST. Das heute war wie ich aufgewachsen bin, wo das die Normalität war, statt der hysterischen Panik vor allem was Hund ist.

Herzig, der Kleine, hatte wirklich exakt die Höhe von Frau Hund, und wie sie so dastanden, von Angesicht zu Angesicht, und der Kleine sich von ihr die Nase knutschen ließ, menno, so süß, von einer solchen Normalität… Es tut gut, sehr gut sogar, dass es diese Normalität doch noch irgendwo gibt.

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Frau Hund

Ist schon „lustig“, selbst die kleinen Kinder kriegen inzwischen die hysterischen Reaktion der „Erwachsenen“ zu 100% mit.

So ging ich heute nahezu schwebend aus dem Buchladen, nicht weil ich zwei schöne Bücher für mich ergattert habe, sondern weil der Kleine mir so dermaßen gefiel, und mir einen solchen Moment schenkte. Einfach herrlich sowas.

Ist halt „leider“ so, dass Frau Hund Kinder liebt, gerne knutscht, nichts schöner findet, als sich von ihnen streicheln zu lassen und ihren Nahe zu sein. Sehr zum Leidwesen zahlreicher Mütter, die schon in helle Panik verfallen, hebt Frau Hund in zwei Metern Entfernung und angeleint, auch nur leicht den Kopf…

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