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Was es nicht alles so gibt, auf dem Arbeitsmarkt. Jobs die eine 50 km Anreise mit sich bringen, mit einer Stellenausschreibung, die theoretisch ansprechend klingt, und dann kommt’s zum Erstgespräch…

Immer wieder erstaunlich was man dabei Erleben kann. Eine Teilstelle die mit 20 Wochenstunden ausgeschrieben war. Es kommt zu einem Interview wie man es erwarten würde, bei einer gut dotierten Stelle. 90 Minuten vergehen, bis das Thema Bezahlung angesprochen wird. Der Moment wo es ins Bizarre rutscht. 10 Euro die Stunde, netto. Nein, über Bruttogehälter wird nicht verhandelt, das sei die Besonderheit die Branche, darauf wird an der Stelle ausdrücklich hingewiesen. Erstaunlich… (ich kenne es anders…)

Und es geht weiter. Man erwartet vom Mitarbeiter Flexibilität. Flexibilität dahingehend, dass sein Einkommen unkalkulierbar ist. In einer Woche kann der Mitarbeiter nur 10 Stunden gebraucht werden, in der darauf folgenden vielleicht 15 oder 20, alles ist offen. Bezahlt werden nur tatsächliche Arbeitsstunden was in der Konsequenz gedeutet, die Teilzeitstelle, ist keine Teilzeitstelle, dafür ein Nebenjob, bei dem offen ist, wieviel sich damit pro Monat verdienen läßt. Die Fahrtkosten hat der Mitarbeiter selbst zu tragen, täglich 100 km bei hin und zurück. Im besten Fall nur ein Nullsummenspiel, im schlimmsten eine Nummer, bei der sich der Mitarbeit die Arbeit die er „leisten“ soll, gar nicht leisten kann, weil die Fahrtkosten über dem liegen können, was er in einem Monat verdient. Volles Risiko für der Arbeitnehmer – Null für den Arbeitgeber.

Der Boni den dieser Arbeitgeber – aus seiner Sicht – bei diesem Job anbietet, ist die „Möglichkeit der freien Zeiteinteilung“ der sogenannten „Halbtagsstelle“. Man könne die Stunden auch innerhalb 3 Tagen abarbeiten, gerne auch an den Wochenenden, man wäre in seiner Zeiteinteilung wirklich frei. Gespräch und Stellenanzeige passten so ganz und gar nicht zusammen.

Ich stehe vor diesem Arbeitsmarkt und schüttle mit dem Kopf. Die Stellenanzeigen heutzutage sind derart aufgeblasen, dass alles zu spät ist. Kommt es zu einem Erstgespräch, passt die Selbstdarstellung des Unternehmens inkl. der Stellenbeschreibung oft, so ganz und gar nicht zur Realität.

Soviel vom „Mehr Schein als Sein“ und diesem „Wir sind so super, wir sind so toll, wir sind die Besten, und sowieso und überhaupt…“.

Schade, oder?

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