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Bussana Vecchia (IM)

Es war einmal ein kleines Dorf, platziert wie die Krone eines Hügels, das – als die Erde vor fast 130 Jahren bebete, sich selbst überlassen wurde.

Gut 80 Jahre später, entdeckte andere die Ruinen, und füllten sie wieder mit Leben, widersetzen sich den Behörden, und erwirkten Bleiberecht. Kreative Revoluzzer fanden ihr zu Hause.

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Dorfeingang

Es entstand ein witziger Künstlerort, mit Cafes, Ateliers und Werkstätten, Nahe San Remo.

Um nun das Dorf zu betreten, gilt es zunächst den Ganter milde zu stimmen.

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Felliges auf vier Pfoten, wird kritisch beäugt, bevor Einlass in Betracht gezogen wird. Ist der Ganter geneigt diesen zu gewähren, neigt er den Kopf;), man darf passieren und ihm den nötigen Respekt erweisen. Der Weg ist frei, in eine andere Zeit einzutauchen.

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…ich war an dem Tag heilfroh mich in dieses Dorf zu flüchten. Meine Mitreisende hatte mir am Abend zuvor so nebenbei erzählt, dass sie unter einer narzisstische Persönlichkeitsstörung leidet. Was bei mir maximale Fluchttendenzen erzeugte – und so manches erklärte, was bis dahin schon gewaltige Störungen im Miteinander verursacht hatte…

Und weiter geht’s mit dem Dörfchen. Im März war dort noch nichts los. Kaum Touris auf den Wegen, und vieles erst in Vorbereitung für die noch kommenden Ostertage.

1603_5593 Der Weg – leicht bergauf, führt an solchen Hauseingängen vorbei.

Dem einstigen Verfall wurde Einhalt geboten, die nagelneue Holztür bildet einen schönen Kontrast zu Fensterstöcken, Fassade, und den – für meinen Geschmack – gelungenen und bunten Aus-besserungsarbeiten am Mauerwerk.

Alles ein bisschen wilder als „normal“, und wie’s mir gefällt.

Dazwischen finden sich Ateliers, der ein oder andere kleine Ausschank, wer Probleme mit dem Rücken hat, kann sich eine ShiatusMassage gönnen – ein Anruf genügt, und schon kann’s los gehen – für jeden Geschmack ist was dabei. So man’s ein bisserl ungeordnerter/wilder mag.

1603_5596Als ich den Rest dieser Kirche sah – also Außenmauern und Turm, schlug meine Phantasie Purzelbäume.

Sobald es in den Nächten wärmer wird, muß diese Kirche ein Wahnsinn sein.

Vor meinem geistigen Auge sah ich auf dem Rasen eine Holztanzfläche, dort wo einst der Altar und die Seitenaltäre standen, eine Getränkeausgabe, und entlang der Außenmauern Stühle, um sich hinzusetzen und den Tänzern zuzusehen.

Ich habe einmal in Trogir (Kroatien) einen TangoNuevo Abend erlebt, der so gestaltet war, und diese Kirche ohne Dach und Innenleben, es wäre ein genauso wunderbarer Ort dafür.

Der Rest eines Seitenaltars

Der Rest eines Seitenaltars

…und gleich um die Ecke der Kirche, entdeckte ich das Atelier von Daniela Gabeta. Sie macht verrückte Sachen, Schmuck und Bilder, und ihr Laden zog mich geradezu magisch an.

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Daniela Gabeta – maesta d’arte

Meine Madame, also Frau Hund – und ich, betraten das Atelier, Madame ab der ersten Sekunde am kontakten. Und ich?, damit beschäftigt Madame zu zügeln, weil, ist ja nicht unseres, auch wenn hier alles so spannend ist und riecht.

Oh war das wieder angenehm – normales Leben;), bisserl ratschen, nein Hund ist kein Problem, so ganz und gar nicht. Eher mal wieder das Gegenteil, jeder schmilzt dahin.

Ich wurde zu Cafe Italiano – nichts anderes als ein mehrfacher Espresso, wie ich ihn auch zu Hause trinke, und einem Glas Wein eingeladen. So saß ich da, und wir versuchten uns mit meinen paar Brocken italienisch, Händen und Füßen, ein bisserl Englisch und Deutsch – plus alles zusammen im Mix, zu unterhalten. So wie ich Italien eben von jeher kennen. Kannst Du kein italienisch, oder nur ein paar Brocken, macht nix, irgendwie geht’s immer, ich liebe das. Und so schaut’s aus bei Daniela…

Diese Art einfach zu leben und mit Menschen umzugehen  – ich mag sie, ich brauch sie, sehr sogar.

Frau Hund bekam von Daniela Pasta angeboten – aber Frau Hund verschmähte – sie frißt keine Pasta, weder in Italien noch hier. Dafür steht Pecorino extrem hoch im Kurs, egal wo wir sind…

Und weiter geht’s durch das Künstlerdörfchen.

Die Ostervorbereitungen sind in vollem Gange.

Ostervorbereitungen sind im Gange.

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Querverbindung zwischen „Dachterrassen“

 

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schöne Aussichten

 

Wohin mit alten Fliesenresten?

Die einen möbeln ihre in die Jahre gekom-menen Tischplatten damit auf, oder wie in Marokko designen sie damit, die anderen, zerdeppern sie, oder nehmen gleich zerdepperte Fliesenreste, und lassen daraus kreative Wandgestaltung für die Terrasse entstehen. Eine Idee die mir ziemlich gut gefällt.

Auf dieser Terrasse (Ostseite) hätte ich so ganz und gar nichts dagegen, jeden Tag vom Frühling bis zum Herbst zu frühstücken.

Auch Pan oder Dionysos haben ihren Platz mit Aussicht in Bussana Vecchia gefunden.
Beim passieren eines Durchgangs, der direkt zur „örtlichen Poststation“ führt, grinst er auf einen herab. Ob er dort immer schon saß, wer weiß es, aber mir gefiel, ihn dort zu sehen.

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Platz mit Aussicht für Pan

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Poststation, oder die Briefkästen des Ortes an einem Platz.

Und so klein der auch Ort ist, so war er doch schon vor knapp 130 Jahren groß genug, um sich zwei Kirchen zu leisten, ein kleine, in die ich nicht hineinsehen konnte, und eine große – heute ohne Dach.

Die beiden Kirchen des Dorfes.

Die beiden Kirchen des Dorfes

Womit ich wieder fast am Eingang angekommen wäre. Wer ohne Vierbeiner, die Gassen betritt, schafft es auch ohne Prüfung durch den Ganter in den Ort;)

...und so schaut's aus - ohne Hund.

…so schaut’s aus – ohne Hund.

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