Schlagwörter

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

13_pup_au__032

Isarufer, Höhe Straßlach

So „langsam“ wird’s immer enger, entlang die Isar, ob in der Stadt, Pupplinger Au, oder auf’m Weg von da nach dort.

Da waren wir gestern, schaut jetzt ein bisserl anders aus, so ein Fluß verändert sich nach jeder „Regenzeit“.

Bis vor ein paar Jahren, war’s möglich an der Stelle, ein bisserl Ruhe zu finden. Meint, man setzte sich da hin oder legte sich in die Sonne, und gut war’s. Ein schöner Tag konnte seinen Anfang nehmen. Heut‘ schaut das anders aus.

Da liegst da am Wasser, die Augen zu, mit Hund, freust Dich, das da bist, und Deine Ruhe hast, aber keine 5 Minuten vergeh’n, und schon treibt einer von den Schlauchboottouristen vorbei. Blärrt (Schreit) von seinem Schlauchboot aus, „Hallo Sie! Entschuldigung!, wo is’n hier ein Biergarten?“

Bekanntermaßen ist die Isar ein Fluß, und das Isartal ein Landschaftsschutzgebiet. Links und rechts am Ufer liegt Treibholz, auch jede Menge ganzes(!), also am Stück mit Wurzelstock, rum. Ich find‘ jetzt nicht, dass da ein gehörig Maß an Intelligenz dazu g’hört, um zu dem Ergebnis zu kommen, also hier in der Nähe, kann’s beim besten Willen keine Biergärten geben. Des wär des Eine. Des Andre, ein Stückerl weiter oben, vielleicht einen Kilometer, wenn’s überhaupt so weit g’wesen wär‘, wär‘ ein Biergarten g’wesen. Gut sichtbar vom Schlauchboot aus, mit direkt vorgelagerter Kiesbank zum anstranden. Also eine Einladung wie ein laut schreiendes Ausrufezeichen.

Bis vor ein paar Jahren war’s möglich – heut‘ kaum mehr vorstellbar – dass man entlang der Isar, glatt einen ganzen Tag in der Sonne sein konnte, ohne dass einer vom Wasser aus zu einem rüber blärrte (schrie), weil er irgendwas wissen wollte… Und ned so ziemlich jeden der da in der Sonne lag, und nur seine Ruhe haben wollte – drum is‘ ma ja da hin – für eine lebendig gewordene Außenstelle der Touristeninformation gehalten wurde.

Des And’re is‘, gehst da lang, auf dem Weg auf der Suche nach einer Stelle, wo’st deine Ruhe haben kannst, kriegst auch schon mit, dass egal wo an der Isar, so ziemlich alles aus dem Ruder g’lauf’n is‘. An einem schönen Tag patrouillieren inzwischen die Isarranger an den leichter zugänglichen Kiesbänken.

Da gehst mit Deinem Hund an der Leine, weil da sind auch Kinder, und egal wie freundlich der Hund ist, egal wie gut er hört, kannst nicht mehr sicher sein, dass ned irgendwo gleich wieder jemand kreischt, weil ein Hund sich annähert, der wahrscheinlich für einen Wolf im Hundspelz g’halten wird, der gleich die 7 Geißlein, also Kinder, frißt. Um derartig Unangenehmen aus dem Weg zu gehen, kommt der Hund auch an den Stellen an die Leine, wo er im Herbst, Winter, und Tagen wenn’s greislig (nicht schön) ist, frei neben einem laufen darf, weil diese Art Leut‘ nicht anzutreffen ist, denn die gehen dann ned (nicht) raus.

Aber an einem sonnigen Samstag, ist dort inzwischen auch der Isarranger im Einsatz, weißt einen, schließlich kennt er einen nicht, bevor man’s Schuid’l (Schild) überhaupt sehen kann, darauf hin, aber sehr freundlich, dass da hinten, ganz am anderen Ende jetzt ein Vogelschutzbrutgebiet ist, und man da nicht mehr hin darf. Auch des braucht’s inzwischen, gibt anscheinend viele, die weder Worte noch Bildzeichen lesen können.
Wer den Isarverlauf kennt, der weiß aber, in der Saison, entert des eine oder andere, und gern auch gleich mehrere Schlauchtboote genau diese Kiesbänke. Davor gibt’s den Schlachtruf „nieder mit den Vogelschutzbrutgebieten“ zack, und dann sand’s drauf, gibt aber auch die ander’n Schlachtrufe, die da lauten: „niederpflügen“ und damit meine’s die Schwäne, auf die’s dann direkt Kurs nehmen.

Die Isarranger sind, sobald’s einigermaßen schön wird, inzwischen scheint’s wirklich notwendig. Allerdings nervt einen dann doch wieder, wenn man seit 30 Jahren in diesem Gebiet zu Hause ist, seine Trampelpfade kennt, die entlang marschiert, von Haus aus d’rauf schaut, wie ma’s g’lernt hat, dass sowas inzwischen notwendig is…

Ja, und auch so Sätze, astrein absolviertes Deeskaltionstraining mit verbal geäußerter Wertschätzung, „Danke, dass sie ihren Hund angeleint haben“. Wen’st an Hund erziehst, nennt man derartiges „positive Bestärkung“. Ich brauch und ich will ned positiv bestärkt werden, mich nervt des im Gegenteil ungemein, mich macht’s regelrecht aggressiv, obwohl die Art Erziehung inzwischen anscheinend bei vielen dringend notwendig is. Ich bin aber ned deppert, ich kann denken, ich kann mein Hirn benutzen, usw. usf. Aber wenn des einst selbstredende, selbstverständliche, wo’st gar ned auf die Idee kommen bist, es anders zu machen, was g’worden is, wofür’st g’lobt werden „mußt“, dann fangst an dich wirklich zu fragen. Was ist passiert, dass sowas inzwischen notwendig ist…???

Allein die Stadt München hat im Vergleich zu 2009 ein Bevölkerungswachstum von 7,5%, der Landkreis 4,1%, ist den Strukturdaten der Stadt München zu entnehmen. Irgendwo müssen die Leut‘ ja alle hin… Auch die Landkreise rund um München bis zu Bergen, können sich mit ihrem Bevölkerungswachstum sehen lassen. Dem zugezogenen, und dem der neuen Erdenbürgern, wo nur noch im Landkreis Starnberg, sterben und geboren werden, sich im Verhältnis 1:1 gegenüber stehen, ansonsten topt die Geburtenrate die der Sterbenden um Längen.

Ja, und des merkst auch entlang der Isar, egal wo. Schad‘ is‘, das des Miteinander, im Leben und leben lassen, nicht mehr funktioniert. Dass es Tafeln und Ranger braucht, schriftliche und verbale Hinweise, wie sich zu verhalten wär’…, was aber nicht wirklich viel zu bringen scheint, sonst wär’s ned soooo notwendig, aber wer weiß wie’s wär, ganz ohne…

Tja, und wo heut‘ hin? Es ist ein sonniger Sonntag Morgen, und heute will ich wirklich meine Ruhe haben. Ich werd’s nicht erzählen, denn die Plätze, wo sowas noch möglich ist, werden weniger und weniger…

Advertisements