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wildwechsel-verkehrszeichen

wildwechsel-verkehrszeichen

irgendwo in Oberbayern, zwischen München und den Bergen…, dort wo’s jede Menge, Wald, Wiesen, Felder und kleinere Weiler gibt, stehen ziemlich oft solche Schilder.

Gestern war’s, in einem dieser Wälder, wunderschön. Der Regen hat ein paar Stunden Pause gemacht, ab ging’s in den Wald.

So ein Wald, direkt nach dem Regen, ist herrlich. Wie er riecht, dampft, strahlt, sich anhört, glitzert…

Der gestern, war ein fast reiner Nadelwald, mit viel Freifläche unter den Bäumen, mit Farnen, Moosen, Blaubeersträuchern bewachsen. Dazwischen immer wieder mal Freiflächen mit hohem Gras, Brombeer-/Himbeerstauden und Fingerhut. Und ein kaum frequentierter noch dazu. Einer in dem an vielen Stellen Futterkrippen stehen, die beim besten Willen nicht zu übersehen sind. Da gibt’s also frei laufendes Wild, und wer’s schafft die Futterkrippen zu übersehen, der wird auf dem Weg dorthin, also auf den schmalen „Straßerln“ durch die an vielen Stellen aufgestellten Schilder – die vorm Wildwechsel warnen – darauf hingewiesen.

Gestern so direkt nach dem Regen, auf dem 4 Stunden Marsch durch diesen Wald, kreuzten zwei Rehe ungefähr 5 Meter vor mir und Frau Hund unseren Weg. Ich mag’s, wenn wir ihnen oder sie uns, so nahe kommen können. Warum Frau Hund in diesen Wäldern, an der Leine bleibt.
Gibt aber auch Wälder wo es das nicht braucht, wo zuviel los ist. Am laufenden Band Radfahrer durch die Brasada hetzen, einem ständige Leute begegnen, hier Halligalli, dort Halligalli, nirgendwo Ruhe ist, also kein Ort, an dem davon auszugehen ist, es zu solchen Begegnungen kommt.

Bergwald

nein, da war’s nicht;)

Aber gibt es eben auch noch die anderen Wälder, in denen nichts von dieser Aktion ist. Wo sich alles mögliche essbare und nicht essbare entdecken läßt, und stundenlang durch die Gegend streifen läßt, ohne einem Menschen zu begegnen. In den Wäldern gelten aber andere Regeln, Regeln mit denen ich aufgewachsen bin, und die ich immer für selbstverständlich hielt.

Grad wann man leise auf Trampelpfaden unterwegs ist, kann’s einem passieren, dass man mit Hund auf Rehe trifft. Den Hund, der bei einer solchen Begegnung nicht – wengistens vor Begeisterung – auf die Rehe losspringt, außer es ist ein Jagdhund und entsprechend abgerichtet, den möchte ich sehen. Wenn Waldlichtungen auftauchen, ist sowieso immer mit Rehen zu rechnen. Einfach so Sachen, von denen ich immer annahm, selbstverständlich – dass man das weiß. Und wo ich mich jedesmal wieder aufregte, wenn mir wieder so ein Schild, meinetwegen in den Bergen, mit Hund an die Leine, über den Weg „lief“. In der Nähe von Bad Tölz sogar mit Fotos von gerissenem Wild. So langsam komme ich aber auf den Trichter, anscheinend sind die tatsächlich notwendig, weil das mal Normale heute gar nicht mehr normal zu sein scheint.

huettn

nein, da war’s auch nicht.

Nach der Runde, noch schien die Sonne…, lag ich auf einer Holzbank in der Sonne, kam eine Frau mit Hund vorbei, fragte mich, warum ich meinen Hund hier nicht frei laufen lasse. Ich war ein bisschen verdattert, ja weil’s hier frei laufende Rehe gibt. Sie hat hier noch nie Rehe gesehen. Dass es in diesem Wald Rehe gibt, ist ihr neu.

Da wollte ich wissen, ob sie a) die Schilder mit dem Wildwechsel auf den Straßen nicht gesehen hat und b) ob sie die vielen Futterkrippen die in dem Wald stehen, nicht bemerkt hat? Mit den Fragen überraschte ich sie, die Schilder am Straßenrand sind ihr nicht aufgefallen, und die Futterkrippen im Wald hat sie gar nicht als Futterkrippen registriert. „Derf ned wahr sei, aber des gibt’s tatsächlich.“ Die Frau war bestimmt Mitte 50.

Ich versteh’s zwar nicht, wie man’s schafft, so alt zu werden, und von dem was um einen herum ist, nicht’s mitzukriegen, aber gibt’s.

Rudi_das_Reh

nein, das Reh war’s nicht.

Es gibt aber auch andere, so is‘ es nicht. Nur die Unwissenheit, oder ist es Ignoranz?, anderer die ist mir unverständlich. Was heute alles vermittelt, und gleichzeitig verboten werden muß, weil die Sache mit dem vermitteln anscheinend nicht klappen will…

Was macht jetzt jemand mit einem mittelgroßen Hund, wenn ihm 5 Meter vor der eigenen Nase ein Reh über’n Weg läuft, noch dazu in dem Fall mit Gehstock, wenn der Hund, die Rehe noch gar nicht als Beute, sondern vielleicht nur als Spielgefährten einstuft? Der Hund is‘ auf und davon. Die Rehe in heller Panik. Als jemand, dem so ein Wald gehört, würd‘ ich einen Vogel kriegen, bei solchen Leuten, die mir in meinem Wald, mein Wild verschrecken, weil sie keine Ahnung vom Wald haben.

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