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k_handwerk_markt_06die Mieten anziehen, die Bewohner eines Stadtviertels sich verändern, ziehen natürlich die Discounter mit. Nicht, dass eine der großen Ketten, einen ihrer Märkte schließen müßte, nur die Produktpaletten sind zu modifiziert, und der neuen Klientel „anzupassen“.

Das selbe Produkt, vom gleichen Hersteller, gibt es nur mehr in der Darreichungsform, für die der Kunde mehr zu bezahlen hat.

Keinen halben Kilometer weiter, dort wo die Gentrifizierung noch nicht derart um sich gegriffen hat, findet der Verbraucher, nach wie vor die begehrte Ware, in der gewünschten Abpackung – bei allen Produkten.

Manche Waren eines anderes Discounters, werden im einen Markt eine Woche lang preisreduziert – teilweise bis zur Hälfte – angeboten, während sie im anderen Markt, keinen Kilometer weiter, zum herkömmlichen Preis über das Kassenband laufen. Marketingstrategen…

In Summe gesehen, kann das über einen ganzen Monat verteilt in einer Stadt wie München eine Menge Geld ausmachen – für Otto-Normal-Verbraucher. Es stellt sich lediglich die Frage, wie lange sich ein Otto-Normal-Verbraucher, wohnen in München (oder Umgebung) noch wird leisten können.

Aktuell stehen in Untergiesing – noch vor einigen Jahren ein relativ unattraktives Viertel und daher mit für Münchner Verhältnisse zu der Zeit noch einigermaßen erschwinglichen Wohnungen – in einem aufgestockten Wohnhaus aus den 1960ger Jahren, neue 2-Zimmer-Wohnungen zur Vermietung.
Die Aussicht dieser Wohnungen ist bescheiden, blickt man doch zuerst auf ein Wohnsilo aus den 1970gern, 5 Stockwerke hoch, in „ansprechendem“ betongrau abgesetzt mit ziegelrot, und in der nächsten Reihe auf die seit Jahren renovierungsbedürftig erscheinende Fassaden, mehrerer in den 1960gern erbauten Wohnblöcke, 4 Etagen hoch. Danach steht man ohnehin fast am mittleren Ring. Die vor der Sanierung noch vorhandenen alten und hohen Bäume, die sowohl Sonnen- als auch Sichtschutz, und zudem einen angenehmen Blick boten, überstanden die Generalsanierung des Gebäudes nicht, und durften daher gefällt und durch Parkplätze ersetzt werden.

Dieser Art „moderne“ 2-Zimmer-Wohnung, ohne EBK – dafür mit elektrischen Rollläden, jedoch ohne Lift aber Balkon, schlägt im 4. Stock mit 1.270 Euro Warmmiete, für 54 qm, zu Buche.

Die Discounter dürfen sich freuen, auf weiterhin steigende Umsätze, denn durch den Schnitt der neu entstandenen Wohnungen, richtet sich das neue Angebot an gut verdienende Einzelpersonen. Gentrifizierung hat viele Gesichter, sogar beim Discounter ist sie sichtbar.

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