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k_handwerk_markt_06Jetzt ist der erste Monat voll. Eigentlich habe ich das Gefühl ich muß die ganze Wohnung renovieren. Streichen, machen, tun. Überall sehe ich die Spuren meiner „ich habe in der Wohnung geraucht“ Vergangenheit.

Rauchen umstellen scheint eine imaginäre Brille zu schärfen…

Gerüche nehme ich anscheinend doch intensiver wahr. An einigen Stellen bin ich gar nicht so glücklich darüber. Für: kann denn jemand bestimmte Gerüche abschwächen, wenn schon nicht abstellen, gibt’s leider keinen Button.

Geschmacklich hat sich bis dato nur verändert, dass ich süß intensiver schmecke, ansonsten ist an der Stelle alles beim alten.

Die echte Zigarette schmeckt mir nach wie vor. Auch der Duft einer brennenden Zigarette weckt nach wie vor Gelüste. Ich glaube die max 2 echten täglich werde ich nicht halten können, es läuft sich auf zwei bis drei raus. Aber immer noch viel weniger als eine Schachtel oder mehr täglich…

Was ich davor schon nicht mochte, stört mich heute noch mehr, wenn z.B. jemand nach altem Rauch stinkt, der Geruch kommt mir jetzt noch aufdringlicher vor als davor.

An den neuen Geruch meiner Wohnung habe ich mich inzwischen gewöhnt, die neue Basisnote finde ich angenehm. Auch die immer frisch riechenden Kleiderschränke.

An der Heizkostenabrechnung werde ich mein geändertes Raucherverhalten sicher auch bemerken. Ich hab als Raucher gelüftet wie ein Weltmeister, bei egal welchen Temperaturen. Ist recht angenehm eine konstant kuschelig warme Wohnung zu haben, in der es gut riecht, ohne ständig lüften zu müssen und die Heizkosten damit hoch zu treiben.

Und der Witz an der Sache, manchmal packt’s mich, eine Zigarette in der Wohnung zu rauchen, ist wie ein Blitz der einschlägt, und dann ist wie es jetzt riecht, was mich davon abhält. Aber es ist jedes Mal eine Entscheidung.

Ich bin gespannt wie lange es braucht, bis dieses „Gelüst“ sich hinausgeschlichen hat. Und wieder, ohne E-Zigarette wäre ich geliefert, ich würde nicht dran bleiben, ich würde kapitulieren, vor meiner Lust am Rauch inhalieren, usw. usf.

Summa Sumarum bin ich sehr zufrieden, wie ich den ersten Monat der Raucherumstellung gemeistert habe. Und: die Zigarettenschachtel im Küchenschrank ist mein Rettungsseil, weil ich könnte ja, wenn ich wirklich wollen würde, aber ich will ja nicht, ich will ja nur umstellen. Ich darf ja, keiner verbietet es mir, ich schon gar nicht, ich will nur was anderes, es ist ja kein Rauchen aufhören….

Hätte es die E-Zigarette nur schon Anfang der 1990ger gegeben. Damals lag ich im Krankenhaus, mit einer frisch zertrümmerten Kniescheibe, weiter Diane nehmend, eine Pille die in der damaligen Zusammensetzung längst nicht mehr im Handel ist, und als Beigabe zur Trümmerfraktur der Kniescheibe, gab es eine Thrombose die über mehrere Wochen als solche nicht erkannt wurde. Bis es wirklich richtig ernst wurde…

So lag ich da im Krankenbett, Heparin gab’s intravenös, und ich drehte so durch, zwecks ich soll (auch noch) das rauchen aufhören, dass mich die Krankenschwestern 5 mal am Tag ins Raucherzimmer schieben mußten. Wenn dann auch noch eine Krankenschwester das Zimmer betrat, nach frischem Zigarettenrauch DUFTETE, war’s ganz vorbei…

Die E-Zigarette hätte es mir damals leichter gemacht. Der Versuch damals, das Rauchen zu reduzieren scheiterte kläglichst, mir fehlte jeder Wille es aufzuhören, und auch die Kraft es auch nur zu reduzieren, Thrombose hin oder her.

Von dem was da alles auf mich zukommen sollte, sollte ich das Rauchen nicht aufhören, ist nichts so gekommen, wie es mir „geweissagt“ wurde. Waren alles nur Kann-Optionen, die bei mir nicht eintraten.

Hätte mir damals jemand erzählt, was ich heute FREIWILLIG tue, ich hätt’s nicht geglaubt. Dieses Mal fühlt sich das Rauchen umstellen, weil ich höre ja nicht auf;), so komplett anders an, und auch gut, so wie ich es gestalte, dass ich guter Dinge bin, dass es auf Dauer so bleiben wird.

Weil mit der Freiheit die ich mir gestatte, hat es echt viele schöne Seiten.

Und ich bin gespannt, wie es werden wird, wenn ich im Frühjahr mit Frau Hund steile Hänge rauf kraxle, was meine Lunge vermelden wird. Denn die Körperhaltung hat sich alleine durch die Umstellung und Reduzierung der echten Zigaretten, gefühlt, ganz schön verändert. Aufrechter, gerade, die Lunge weiter… Und vier Stunden Märsche sind Spaziergänge, waren sie immer schon, nur haben sie eine neue Leichtigkeit gewonnen.

Ja, ich bin sehr zufrieden, wie sich das entwickelt, obwohl die Versuchung nach wie vor ständiger Begleiter ist.

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