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Ich liebe Brillenfassungen aus den 50ger Jahren. Bunt, auffällig, manchmal schrill, aber immer mit Stil.

Entdeckte ich doch einen Brillenmacher in Hamburg (Wilke Optik) der Original 50ger Jahre Brillenfassungen verkauft. Ein Brillentraum nach dem anderen – für mich…

Wie komme ich d’rauf? Mein Augenarzt sagt: Gute Frau, Sie brauchen eine Lesebrille! Gehen Sie doch mal zum Augenoptiker und lassen Sie ihre Sehstärken messen! Ich staunte, denn eigentlich war ich genau deshalb bei ihm. Machen Augenärzte nur längst nicht mehr – Patienten müssen wenn, den Sehtest beim Augenarzt aus eigener Tasche bezahlen. Grummel Grummel bei mir…, war mal anders, lang, lang ist’s her…, damals, als ich zuletzt beim Augenarzt war.

Also ab in die Stadt, Optiker abklappern, Ketten und Einzelunternehmen. Was gibt’s? Was gefällt? Wie sind die Preisspannen?

Die schöne neue globalisierte Welt – Wettbewerb beflügelt – sorgt für eine derartige Vielfalt, dass auch bei Brillen nur der übliche Einheitsbrei übrig bleibt, im mittleren und unteren Preissegment.

Der erste Brillenkauf meines Lebens liegt 20 Jahre zurück, für eine bis dahin Nicht-Brillenträgerin ein Fiasko bei der Entscheidungsfindung.

Vor knapp 10 Jahren, auf zur nächsten Runde. Die alte Brille war gebrochen, eine neue mußte her. Der Weg führte direkt zum Augenoptiker. Es war leichter, mich zu entscheiden, und ich meine mich zu erinnern, dass die Auswahl zu der Zeit eine vielfältigere als jetzt, im Jahre 2017, war.

Die vergangene Woche verbrachte ich nun mit der Suche nach der „Einen wahren“, die ich auf der Nase tragen möchte, mitten im Gesicht, beim lesen, schreiben, Dingen die im Nahen scharfes sehen verlangen.

Meine Recherchen im echten Leben, in echten Geschäften, offline, waren ausgesprochen unerquicklich. Wer kann sich noch an die Kassengestelle erinnern, die es vor 30 oder 40 Jahren gab? Irgendwie fühlte ich mich bei so einigem, was die Geschäfte zeigten, an diese erinnert.
Alles so ziemlich das selbe und nicht was ich mir vorstellte. Was mir gefiel fing bei über 200 Euro an, nur der Rahmen ohne Gläser.

Am Ende stand offline beim Optiker eine 20 Euro Brille inkl. Gläser gegen eine Fassung für 200 Euro ohne Gläser. Es waren die einzigen beiden Modelle die mir wirklich gefielen. Ich nahm die 20 Euro Version – und entschied, ich mache das, was ich eigentlich nicht will, recherchiere online, was Weboptiker zu bieten haben.

Nun ja, muß man mögen. Ich fand es anstrengender und aufweniger als in den Geschäften. Auch die Verschlagwortung der Brillen ließ zu wünschen übrig. Schmetterlingsbrille ist längst nicht die klassische 50ger Jahre Schmetterlingsbrille, dafür alles mögliche was auch nur ansatzweise an diese Form erinnert. Cateye führt zu ebenso wilden Ergebenissen wie Retro. Auch mit diesen Keywords wird alles mögliche verschlagwortet. Unterm Strich eine sehr zeitraubende Angelegenheit Online etwas spezielles zu suchen – bei begrenztem Budget. Teuer geht natürlich immer, online wie offline.

Beim Optiker – egal welchem – bleibt aber, egal wie, der „Spaß- und Wohlfühlfaktor“ ein deutlich höherer. Man geht in ein Geschäft, sieht sich um, scant was gefallen würde, probiert, sieht das Material, Darstellungsabweichungen in der Farbe ausgeschlossen, spürt wie sich die Brille anfühlt, in der Hand, im Gesicht, schwups auf der Nase und wieder runter, deutlich angenehmer, mit viel weniger Aufwand verbunden. Man hat ein menschliches Gegenüber,  kann Fragen stellen, usw. usf. Meinungen einholen, direkt und persönlich, völlig andere Baustelle, nicht zu vergleichen.

Ich recherchierte mich also durch einen Onlineoptiker nach dem anderen. Wählte wo es möglich war die 3D Variante zur Anprobe, ja, geht, aber wirklich zufriedenstellend finde ich diese Art des Brillenkaufs nicht. Viel mehr ist es eine Notlösung.

Bei einem kleinen, noch unbekannten Onlineoptiker fand ich ein Brillenmodell wie ich es mir vorstellte, in der Breite der Fassung die ich brauche, für kleines Geld. Dort habe ich nun eine zweite Lesebrille im Stil der 50ger Jahre Schmetterling mit meiner Sehstärke geordert. Ich bin gespannt, wie die Brille aussehen wird, wenn sie im echten Leben bei mir eintrifft.

Nur irgendwann wird es eine echte 50ger Jahre Brillenfassung werden, eine von denen, wie sie Optik Wilke verkauft. Mit Ü50 finde ich…, sind solche Sperenzien unbedingt erlaubt. Wenn schon Brille, dann bitte richtig! Und ich fand Marilyn Monroe als kurzsichtige Blondine mit schicker 50ger-Jahre-Brille, in „Wie angelt man sich einen Millionär?“, die sie sich weigert ihre Brille zu tragen und alles mögliche über den Haufen rennt, einfach herrlich. Vielleicht rührt daher meine Leidenschaft für diese Art Brillen?

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