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beides kann gefährlich werden, genau wie die Bananenschale.

Gestern im Morgengrauen. Jemand (ich) tappt im Halbschlaf in die Küche, greift zur Plastiklimoflasche, öffnet sie, will aus der Flasche trinken, ist zu schnell, viel zu schnell, setzt an, nimmt den ersten Schluck, die Welt dreht und schwankt, vor allem der Küchenboden unter den Füßen, sucht Halt an der Arbeitsplatte. Der nächste Moment der Erinnerung: Erwachen unter Schmerzen auf dem Küchenboden und Orientierungslosigkeit.

Der Sturz in der Küche

Was ist passiert? Wieso liege ich auf dem Küchenboden? Warum schmerzt mein Gesicht, und vor allem die Nase als sei ein Panzer darüber gefahren? Woher kommt das viele Blut auf dem Boden und vor allem unter meinem Gesicht?

Die Welt um mich dreht, in rasendem Tempo, mir ist übel, die Knie schlackern, mir ist kalt ohne Ende, ich versuche zu begreifen, wie ich dort hinkam, wo ich jetzt liege, denn gerade eben, stand ich doch noch an der Arbeitsfläche und wollte Limo aus der Flasche trinken.

In Situationen wie diesen, funktioniere ich ganz seltsam. Ein Teil klar und rational. Ich bin alleine in der Wohnung, das Telefon ist viel zu weit weg. Und jetzt? Was ist mit meinem kleinen Katzen, meinem Hund? Wer kümmert sich um sie? Jetzt, ad hoc? Wie komme ich auf die Füße, komme ich überhaupt auf die Füße? Was ist mit mir eigentlich los? Der wummernde Schmerz an Nase und Stirn, an der Lippe, mir ist so derart schlecht und so kalt! Woher kommt überhaupt das ganze Blut? Wieso liege ich hier auf dem Küchenboden??? Ich stand doch eben noch!

Ich blute, und wie. Ich muß ins Bett. Mir ist so kalt. Ich schaffe es auf die Beine, sehe den Küchenboden, sieht übel aus, aufwischen geht nicht, ich muß mich hinlegen. Aber so geht das nicht, das Bett ist nachher ruiniert. Handtücher! Handtücher brauche ich, und Decken, mir ist so kalt.

Ich habe einen Schock, so wie sich das anfühlt. Kenne ich von diversen Knochenbrüchen. Ich schleppe mich ins Bett, mein Gesicht blutet weiter, ich schlottere unter drei Bettdecken vor Kälte. Irgendwann schlafe ich ein.

Küchendesign & Unfallgefahr.

Beim nächsten aufwachen, der Versuch einer Rekapitulation. Ich muß beim trinken der Limo aus der Flasche umgekippt sein. Das kantige Design meiner Küchengriffe, hat mir die Nase aufgeschlagen. Design kann gefährlich sein, das hatte ich vor 10 Jahren nicht bedacht, als ich mir meine Küche kaufte…

In den Spiegel schauen traute ich mich nicht. Wer weiß was ich zu sehen bekommen und bei zuviel Blut, kippe ich um, kenne ich, aus anderen Situationen. Vorsichtiges abtasten geht, ist was Größeres, und meine Nase blutet immer noch…

Der nächste Test, Gehirnerschütterung kenne ich ebenfalls aus der Vergangenheit, ist da irgendwas, was sich anfühlt, wie damals? Nein.

Ich schaffe es in meine Küche, um mir Kaffee zu machen. Was ich sehe, sieht mehr als grenzwertig aus. Seltsamerweise macht mir aber das jetzt nichts aus, ich mir ist nur, kann ich jetzt nicht sauber machen.

Ich mache mir meinen Kaffee, taste mein Gesicht wieder ab, die rechte Seite der Oberlippe ist angeschwollen, die Frontzähne auf dieser Seite melden sich alle miteinander. Nicht in den Spiegel im Flur sehen, vorbei gehen, mit der Kaffeetasse, raus auf den Balkon, hinsetzen, Kaffee trinken, überlegen, was ich jetzt tue. Trinken geht auch nur auf einer Seite. Gesicht weiter vorsichtig abtasten, vielleicht kann ich was erspüren. Heftig erwischt hat es mich an der Schläfe, Nasenrücken und Oberlippe. Ich muß also schräg gegen die Schubladen geknallt sein, als ich umkippte.

Nachdem ich eine Stunde wach bin, traue ich mich, im vorbeihuschen in den Spiegel zu sehen. Ich sehe aus, als wäre ich zusammengeschlagen worden. Näher ansehen, geht immer noch nicht.

Ab ins Krankenhaus

Wohin geht man mit so einem Gesicht? Arzt oder Krankenhaus? Erstmal zu einer Nachbarin, mit Vorwarnung, damit sie nicht der Schlag trifft, wenn sie mich sieht, die mich dann ins Krankhaus fährt.

Als ich dort aufschlage, will man mein Herz untersuchen. Ich hab nichts am Herzen, ich bin umgekippt, beim zu gierig Limo trinken. Das wovor man mich als Kind schon warnte, und bis 52 gut ging…

Zwei Ärzte und eine Krankenschwester stehen mir gegenüber, drohen mit Tod und Sterben, wenn ich mein Herz nicht untersuchen und mich stationär aufnehmen lasse. Ich hab nichts am Herzen, Punkt! Ich will in die Notaufnahme, mein demoliertes Gesicht ansehen lassen, meine Nase, und kontrollieren ob ich wirklich keine Gehirnerschütterung habe.

Krankenhäuser

Der letzte Krankhausaufenthalt liegt 6 Jahre zurück, seither hat sich dort auch wieder viel verändert…

An der Stelle werden der Politiker Worte wieder Lügen gestraft, in diesem Land dem es soooo gut geht, das so reich ist, in dem einer wie Dagobert Duck auf den Kohlen sitzt, aber in städtischen Krankenhäusern wird am Personal gespart, und wie! Kann man so richtig die Wut kriegen, wie mit Krankenschwestern, -pflegern und Ärzten umgegangen wird… Und wenn man vergleicht, zu vor 15, 20, und mehr Jahren, wird die Wut nur noch zunehmend größer…

Man kann aber auch bewegende Situationen beobachten. Lag dort eine alte Dame, sollte zum CT. Wie der Manager der Abteilung (ich glaube, so nennt sich das heute) diese Dame befragte, zu allem was er wissen muß, für die bevorstehende Untersuchung, war rührend anzusehen. Mir hat’s gefallen. Kein Zack-Zack, jetzt gib endlich Antwort, sondern er ging auf die Dame ein, so wie man meiner Meinung nach, auf Menschen eingeht.

Interkulturelles

Auch interkulturell haben Krankenhäuser inzwischen viel zu bieten. Ist es in Frankreich üblich nicht in der Öffentlichkeit zu Essen? Ich weiß es leider nicht.
Ein Mädchen mit angeknaxtem Arm verbrachte dort ebenfalls wartend Stunden, mit dabei der Vater. Irgendwann holte sie Schokoriegel für sich und ihren Vater, und beide gingen getrennt voneinander aus dem Wartebereich, und kamen wieder, als sie ihre Süßigkeiten verzehrt hatten. Es fiel mir nur auf, weil es außerhalb des für mich gewöhnlichen lag. Frage, macht man das so in Frankreich?

Schlußendlich verbrachte ich gestern 6 Stunden im Krankenhaus, mit dem Ergebnis, die Nase ist angebrochen, Riesenbeule an der Schläfe, mit entsprechendem Bluterguß. CT wurde gemacht, Gehirnerschütterung keine, Wunden wurden gereinigt. In der Notaufnahme herrschte ein Höllenbetrieb, die Wunden sollten getapped werden, aber dafür fehlte am Ende die Zeit…

Man entließ mich mit der Information, ob die Nase eingegipst werden muß, kann nur ein HNO entscheiden, ein solcher käme hier aber nur sporadisch vorbei. Ich soll am nächsten Tag mit dem Arztbericht und den Aufnahmen bei einem niedergelassenen HNO vorstellig werden.

Plus: so wie wann mich befragt hat, gehe ich davon aus, es ist wohl zuerst angenommen worden, ich sei ein Opfer häuslicher Gewalt. Ich sah ja auch aus, als wäre ich verprügelt worden. Ja, und aus einer Limoflasche zu trinken, dabei umzukippen, wegen zu schnellen trinkens, plus sich dabei derart zu verletzten, wie ich es geschafft habe, klingt vordergründig auch erst Mal zu schräg.

Brillen und Sonnenbrille sind bis auf weiteres gestrichen. Plus Mitte Mai wird’s Fasching in meinem Gesicht, mit allen Variablen von gelb, violett, grün, bis fast schwarz. Ansonsten geht’s mir gut…

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