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Ich vermiete nun schon über ein Jahr immer wieder, in kleines Zimmer an AirBnB Gäste. Die Idee kam mir, weil ich selbst beruflich oft lange unterwegs war. Immer in Hotels und Pensionen zu nächtigen, auf Dauer konnte ich mich dabei schon recht einsam fühlen.
Irgendwann machte es sich bemerkbar, an den „Kleinigkeiten“. Auf einen Drink an die Hotelbar, vielleicht ist da wer um sich unterhalten? Alleine zum Abendessen? Ja, ist Ordnung, aber über längere Zeit viele Abende… ist nicht schön.

So dachte ich mir, okay, andere werden das auch so erleben. AirBnB ist anders als Hotels oder Pensionen.
Also vermiete ich nun ein Zimmer, und sorge für das, was ich auf Reisen vermißt habe.
Inklusive der Kleinigkeit, dass vielleicht jemand da ist, mit dem man sich kurz unterhält, in der Küche, beim Abendessen, dem schnellen Kaffee am Morgen, bevor es los geht. Oder ein Hund, der freudig begrüßt, sobald man zur Tür rein kommt. Solche Kleinigkeiten, machen es angenehmer, viel auf Reisen zu sein – finde ich.

Mein Gäste… Sie kommen aus allen Ecken der Welt. Frauen zwischen 18 und 70 – weil ich nur an Frauen vermiete. Die Begegnungen – immer wieder spannend. Kein Gast ist wie der andere. Keine Nation wie die andere. Gut, es gibt gewisse Spezifikationen;), da kann ich sagen, bei dieser oder jener Nationalität kann ich davon ausgehen, dass:….
Ich lebe mehr oder weniger täglich im interkulturellen Training. Plus: noch nie gab es derart viele Gelegenheiten im Alltag Englisch zu sprechen. Schon spannend – so eine AirBnB Zimmervermietung. Und auch viel Arbeit.

Was noch immer überrascht, wieviele Kurzzeitgäste „blank“ – ohne Infos – ankommen. Um: Localtips abfragen. Was gibt es zu sehen? Was ist interessant? Was „muß man“ unbedingt gesehen haben? Die AirBnB Marketingstrategie…, sie wirkt unglaublich bei Kurzzeitgästen.

Ich selbst kam nie auf die Idee irgendwo hinzufahren, und nur den Namen der Stadt zu kennen. Meine Art unterwegs zu sein – war eine andere. Ich blieb auch immer deutlich länger als 2 Tage, mit fester Station, von der aus des dann sternförmig ins Umland ging.
Wo es was gibt, wie ich wo hin komme, hatte ich vor meiner Anreise schon recherchiert.

Vor Ort fiel es mir immer leicht Leute kennen zu lernen und ins Gespräch zu kommen. Oft wurde ich eingeladen, an Orte, wo nur selten andere Touristen anzutreffen waren. Oder mir wurden Plätze gezeigt, die nur die Einheimischen kannten. Auch das ein oder andere Abenteuer erlebte ich, wo mir kurzzeitig anders wurde – was sich, weil unberechtigt, schnell wieder in Luft aufzulöste…

Viele meiner Kurzzeitgäste sind dagegen schon überglücklich, wenn ich Ihnen die Touristenhotspots empfehle. Sie bleiben zwei Tage – und „husch“ weg sind sie – auf und davon in die nächste Stadt. Gesehen hab sie nur, was ohnehin in jedem Reiseführer steht. Und davon nur einen kleinen Teil. Weil die nächste Stadt wartet schon, mit genauso wenig Zeit.

Schad‘, oder?

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